Staatsgalerie Prenzlauer Berg

Der Name Staatsgalerie Prenzlauer Berg ist ein klarer Fall von Amtsanmaßung. Aber bei den wohlklingenden Namen der Edelkieze im Prenzlauer Berg wie Palais Kolle Belle, Martha’s Hof oder Winsgärten ist das kein Widerspruch, kein Etikettenschwindel – sondern Konsequenz. Der Tarnname steht für einen Veranstaltungsort, der sich zum Größenwahn seiner kulturellen Ausrichtung bei höchst ungewisser Kostendeckung bekennt.


Die Staatsgalerie Prenzlauer Berg ist neben Ausstellungen ein Ort für Film- und Buchpremieren, Lesungen, Bankette, Salons, Seancen oder ganz simpel für ausgedehntes Palaver. Sie präsentiert Maler und Fotografen aus Berlin, Moskau, Düsseldorf, Barcelona, Dublin usw. Einige der Berliner Künstler waren in der Gegenkultur der 80er Jahre Ostberlins aktiv.


Die Entstehungsgeschichte der Staatsgalerie Prenzlauer Berg geht letztlich auch auf die subkulturellen Zellen, Zirkel, Logen und Szenen Ostberlins zurück. Zum einen durch Freunde des Hauses, die in jenem Gefüge an den Start gingen, zum anderen durch die Arbeit der jüngsten Zeit an der Dokumentation, Reinszenierung und Fortschreibung ihrer Aktivitäten und Biografien.


In den Jahren von 2005 bis 2010 widmeten sich einige Ausstellungen, Bücher und Kino-Dokumentationen der DDR-Punkszene und den Ostberliner Künstlerkreisen der Jahre 1979 bis 1989. Diese Ausstellungen präsentierten nicht nur die Hervorbrin­gungen der 80er Jahre, sondern auch immer Kontinuitäten und Wandlungen von Biografien und Werken bis in die Jetztzeit. Der Gedanke lag nahe, jenseits dokumentarischer Präsentationen, einige dieser Künstler unter einem Dach zu versammeln, aber gleichzeitig aus einem kulturgeschichtlichen Kollektiv herauszulösen, welches ohnehin äußerst heterogen war.


Ausstellungen von: Jens Becker, Anouschka Mackrodt, Sadie Noreen McClelland, Joe Dilworth, Jürgen Eisenacher, Martin Frese, Jürgen Grewe, Thomas Gust, Harald Hauswald, Torben Höke, Johannes Jansen, Ebeneeza K., Stefanie Klück, Robert Lippok, Ronald Lippok, Eoin Llewellyn, Stefan Schneider, Katja Schütt, Igor Tatschke, Joerg Waehner, Frieda von Wild, Marcus Wittmers, Frank Siewert, Micha Brendel, Thomas Kahl, René Karberg, Gabrielle Lockwood-Estrin, Diana Artus, Chris Dreier, Juliane Duda, Thomas Gust, Robert Paris, Katja Scharkowski, Jürgen Schneider, Joerg Waehner und MK KAEHNE